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Herzlich willkommen

58. Kunst-Messe München

POSTPALAST — 18. - 27. Oktober 2013
Wredestr. 10 (an der Hackerbrücke) · 80335 München

Ideelle Trägerschaft:
Deutscher Kunsthandelsverband e. V. (DK)
Geschäftstelle
Postfach 1208
14802 Bad Belzig
Telefon +49.(0)33847.908.90
info@deutscherkunsthandel.com
www.deutscherkunsthandel.com

München: Kunst, Kultur, Kreativität

Die Kunstmesse München ist die älteste Kunstmesse Deutschlands und jedes Jahr ein Highlight im Kulturkalender. 

Abschlussbericht 57. Kunst-Messe München

Neue Höhenflüge

Die 57. Kunst-Messe München ist die erfolgreichste und setzt Maßstäbe - Rückkehr der Spontankäufer

Mit gestiegenen Besucherzahlen, sehr zufriedenem Publikum und Händlern sowie guten Umsätzen ging die 57. Kunst-Messe München, Deutschlands älteste Kunstmesse, am Abend des 28. Oktober im Postpalast bei der Hackerbrücke zu Ende. Mit gut 4.700 Besuchern der Vernissage und einer gegenüber dem Vorjahr gestiegen Gesamtbesucherzahl von knapp 15.000 war die Messe überaus erfolgreich. Albrecht Neuhaus (Würzburg), der Doyen des deutschen Kunst- und Antiquitätenhandels, resümiert: "Es war eine großartige Messe, und der Postpalast ist ein idealer Platz dafür."

Deutlich wurde, dass Kunst- und Antiquitäten krisenfest sind. Der Sammler schätzt, wie der Investor, die Beständigkeit historischer Kunst- und Kulturgegenstände und ihr Wertsteigerungspotenzial. Angesichts der anhaltenden Flaute auf den internationalen Finanzmärkten haben sich Kunst und Antiquitäten als robuste Anlage gezeigt, deren ästhetischer Mehrwert mehr als nur billigend in Kauf genommen wird.

Der Dresdner Kunsthandel "Augustus Rex" sagt: "Wir kommen im nächsten Jahr wieder. Wir sind gut im Plus, die Kriegskasse ist wieder gut gefüllt, wir haben eine tolle Resonanz erfahren und konnten sogar durch einen sachkundigen Besucher ein wichtiges Werk auf 80 Jahre früher datieren, ein Reliefporträt von Kaiser Maximilian II. aus Solnhofener Stein." Hier zeigt man sich auch deshalb zufrieden, weil man u.a. einen bedeutenden Kokosnusspokal (Katalogstück; Breslau, 16. Jh.) abgeben konnte.

Das Münchner, nationale und internationale Publikum wird von den 51 Ausstellern aus Deutschland und Europa einhellig als sehr interessiert und überdurchschnittlich sachkundig beurteilt. Das Publikum wiederum hat den Beweis seiner Wertschätzung der Messe erbracht, da schon von Anfang an große Umsätze gemeldet wurden. Kunsthandel Metropol aus Wien: „Wir haben jeden Tag etwas verkauft. Wir sind sehr zufrieden."

Wachsender Beliebtheit erfreut sich dabei die Epoche des Art Déco (von etwa 1918 bis zum Zweiten Weltkrieg), besonders auch bei Schmuck. So konnte Rauhenstein (Hovis GmbH, München) täglich mehr als ein Dutzend Schmuckstücke verkaufen. Schwerpunkt: Krawattennadeln und Manschettenknöpfe, die von coolen Männern wieder gern getragen werden. "Das waren die absoluten Renner!"

Starke Aufmerksamkeit erregen auch spektakuläre historische Möbel etwa des Biedermeier, aber auch herausragende Stücke früherer Stilperioden. Albrecht Neuhaus (Würzburg): "Es gibt eine starke Nachfrage nach französischen Möbeln." Georg Britsch (Bad Schussenried) gab unter anderem ein Biedermeier-Bureau plat ab und eine der charaktervollen Säulenkommoden. Neuhaus verkaufte mehrere Teile aus dem Ancien Régime, etwa ein Bureau plat von Pierre Roussel .

In der Abteilung Kunsthandwerk kauften die Sammler kräftig ein. Die angewandten, die nützlichen Künste, sind traditionell sehr beliebt. Bei Langeloh (Weinheim) flog ein Paar großer, 39 cm hoher Eichelhäher aus Porzellan (Kaendler, Meißen , um 1740) sofort weg. Es wurden alle wichtigen Stücke verkauft, darunter sechs weitere Tierfiguren, überhaupt alle Kaendler-Figuren, diverse Geschirre, und auch Porzellan der kleineren Manufakturen wie etwa Nymphenburg oder Frankenthal. Der Technische Kunsthandel Kling aus Wangen im Allgäu, ein Neu-Aussteller, gab schnell eine emaillierte, liebliche Töne von sich gebende Singvogel-Spieldose (Deutschland, um 1920) ab. "Wir sind gut angekommen. Das Publikum schätzt es, dass alle unsere Objekte auch funktionieren. Wir konnten in Sammlungen zwischen Hamburg und Bern verkaufen."

Bei Basedau (Hamburg) gibt es hauptsächlich historische Spazierstöcke und Buchstützen. Gleich mehrere Stöcke wanderten sogleich weiter, darunter einer mit Jockeykopf (im guten vierstelligen Bereich) und einer mit einem „Einser Holz" Golfschlägerkopf, natürlich nicht in natürlicher Größe, mit dem man weiland, als das Golfen zu Britannien am Sonntag verboten war, vor dem Fünf-Uhr-Tee mit Mini-Bällen ein paar Schläge tat. Die Preise für solche Stöcke liegen meist im oberen dreistelligen Bereich. "Systemstöcke, also solche mit Innenleben, sind sehr beliebt, allerdings auch eher selten." Dazu zählt auch die verkaufte japanische Angelrute. Ebenfalls japanisch: Die Buchstützen mit Geishas.

Silber-Spezialist Schepers (Münster) konnte mehrere Stücke platzieren, darunter eine ungewöhnliche irische Punsch-Schale (1698) in Sterlingsilber (16.500 Euro) und ein Paar Queen-Anne-Leuchter (1711) für 12.500 Euro. Und eine weitere Punsch-Schale, London 1733, für 25.000 Euro. The Old Treasury (NL Heeze) sind überzeugt vom Potenzial der Messe und denken ans wiederkommen: "Wir haben einige sehr schöne Objekte verkaufen können, an sehr qualifizierte Sammler." Zufrieden zeigten sich auch De Eenhorn (NL Zaltbommel) und Melsheimer (Köln), die die Wiederkehr fest eingeplant haben, und auch Metz de Benito (München): "Man hat erkannt, dass die hochwertigen Objekte gute Anlagen mit Wertsteigerung sind."

Bei Eric Meletta (München) segelte ein bretonisches Schiffsmodell (18./19. Jh.), eine Art Karavelle, dereinst eine Votivgabe, in einen neuen Hafen. Man ließ damals als Seemannsfrau solche Modelle bauen und gab sie in die Kirche, um die gesunde Rückkehr des Mannes sicherzustellen. Boettcher & Ofner (Großburgwedel) gaben einen gravierten Augsburger Silberbecher des frühen 18. Jahrhunderts ab, auch einen Hoechster Papagei von 1760, ehemals Sammlung Rothschild (fünfstellig). Dazu eine große Augsburger Terrine in Silber, geschmiedet um 1800. Bei Oberacker (Frankfurt am Main) verließ das Katalogstück, eine Meißener Kanne, bemalt mit China-Szenen (1723), den Messestand. Und ansonsten eben "von allem etwas."

Bei Renate Steinbeck (Aachen), die mehrere Stücke verkaufte, stach neben anderen bedeutsamen Stücken eine Tabatière (Meißen, um 1745) in Köcherform hervor (ehemals Sammlung Beaucamp-Markowsky); auf der Innenseite des Deckels prangt ein Porträt der Elisabeth Auguste von der Pfalz. "Kaendler-Figuren erfreuen sich steter, ja sogar wachsender Beliebtheit. Wir haben sehr viele davon vermitteln können. Natürlich sind wir sehr zufrieden." Frommes: Eine feuervergoldete Turmmonstranz (um 1500) ging für einen fünfstelligen Betrag (Neuhaus, Würzburg). Auch Jan Roelofs (Maastricht) verkaufte mehrere Objekte, darunter eine Nürnberger (Kriegs-) Truhe von 1620 in originaler farbiger Fassung. Sie wird schon bald auf Schloss Gessenberg bei Waging am See zu bewundern sein. Töpfer (Luxemburg) war von der Vernissage begeistert, weil da gleich mehrere Objekte in neue Hände gegeben werden konnten. Das setzte sich zur Zufriedenheit der beachteten Händlerin bis zum Ende der Messe fort.

Das Geschäft mit Möbeln belebt sich wieder zusehends. Moskat (A-Wolfurt) hatte einen sehr seltenen Schrank (1772) aus dem Montafon mitgebracht und fährt ohne ihn zurück, außerdem gab er einen gotischen Vorratsschrank weiter. Senger Bamberg vermittelte, neben anderen Hochkarätern, einen seltenen Münchner Barockschrank an einen jungen Sammler. Lebhafter Verkehr auch bei Schmitz-Avila (Bad Breisig und Bamberg); Wenzel (Bamberg) trennte sich von einer ausgefallenen Kommode aus Franken (18. Jahrhundert) und einem spätgotischen Schnitzrelief, dazu einer Schatulle aus dem 17. Jh. (hoher vierstelliger Bereich). Wenzel machte "sensationell gute Kontakte" und stellt fest, dass "die Museen als Käufer wieder wichtiger werden." Auch Tilman Roatzsch (München) spricht von einer "sehr gelungenen Messe mit einer großartigen Sonderausstellung des Grassi-Museums Leipzig." Untermauert wurde dies durch mehrere Verkäufe.

Die Alte Kunst steht felsenfest. Metz de Benito (München) gab unter anderem einen mit 90 cm Höhe ungewöhnlich großen Gekreuzigten aus afrikanischem Elfenbein ab (unterer fünfstelliger Bereich), das 1832 datierte Stück zeugt von höchster Schnitzkunst. Ein bedeutender, sehr viel früherer Gekreuzigter fand bei Poell (Kufstein) einen neuen Besitzer. Geschaffen hat ihn Hans Leinberger (Landshut) um 1510. Senger (Bamberg) verkaufte zwei Figuren und ein Relief des Hl. Alexius, wie er (der Legende nach) vom Hauspersonal mit Spülicht übergossen wird (Oberösterreich, um 1500). Härtl (Bamberg) trennte sich von mehreren Kunstwerken, darunter ein paar Marmorskulpturen von Jean Baptiste Pigalle (18. Jh.), das spielende Putti zum Thema hatte (fünfstellig), weiterhin ein Ensemble aus Spiegel und dazu passender Konsole, norddeutsch, um 1740. Puhze (Freiburg) brillierten mit Antiken, etwa einem griechischen Marmorkopf (4. Jh. vor) oder auch einer hölzernen altägyptischen Figur einer Bäckerin (um 2000 vor, 11. Dynastie); im fünfstelligen Preisbereich. Kein Wunder, dass sie sagen: "Bei uns ist die Stimmung gut!"

Bei Asiatika, speziell Himalayakunst, kam Hardt (Radevormwald) dazu, einen siamesischen Buddha aus dem 15. Jahrhundert abzugeben (oberer vierstelliger Bereich), dazu noch eine ganze Reihe anderer Kunstwerke. Am Schluss der Messe sah sein Stand wie gerupft aus. Peter Hardt: "Im Publikum der Kunst-Messe München gibt es viele wahre Kenner." Blue Elephant (Maastricht) gaben unter anderem eine aus Stein aus einem Stück geschnitzte baktrische Schale ab, die am Rand eine Prozession von Zebus (Bos primigenius indicus) zeigt (etwa 300 vor). Dazu verkauften sie einen großen stehenden Buddha und einen Prä-Angkor-Torso. Von Hans Eitzenbergers (Hamburg) Sammlerteppichenfanden fünf Kelims (Flachgewebe) ein neues Zuhause (fünfstellig). "Wir haben in vielen Jahren einen treuen Kundenstamm aufgebaut. Diese Arbeit wird auch belohnt. Wir sind sehr zufrieden."

Bei Gemälden Alter und Neuer Meister ergibt sich ebenfalls ein positives Bild. Doebele (Dresden) konnten sieben Bilder von Josef Hegenbarth und eines von Eugen Batz abgeben, dazu eines von Carl Lohse (1895-1965). Zibelius (Greding) verkaufte unter anderem zwei spätimpressionistische Werke, Krümmer (Hamburg), deren Stand belagert war wie eine Festung, setzten viele Werke ab, darunter die spektakuläre expressionistische „Gelbe Brücke" von Emil Maetzel (1917), in dem das traditionelle Motiv der Brücke im Bildmittelgrund weiterlebt, was auf die Erlösung verweist.

Die Galerie Maulberger (München) konnte unter anderem Bilder von Piene und Westphal vermitteln. Thomas Schneider (München) hatte einen ruhenden Tiger von Wilhelm Kunert, jetzt hat ihn für 30.000 Euro ein Sammler. Und hinzu kamen u. a. zwei Entenbilder von Koester (fünfstellig). Kein Wunder, denn auf einem schwimmen gleich zwölf Schnatterschnäbel. Und Koch (Hannover) feierte schon auf der Vernissage sechs Erfolge, darunter eine Papierarbeit von Sam Francis. Ein Gleiches ging auch bei der Galérie Franc,aise (München), nebst den sehr gesuchten Grafiken von Max Ernst. Schwarzer (Düsseldorf) freute sich darüber, dass ein wichtiges Ölbild von Poliakoff in "eine bedeutende Sammlung" vermittelt werden konnte. Ähnlich die Lage bei Vertes Modern aus Zürich: Dort gingen Werke von Max Ernst, Raoul Dufy, Paul Klee, Serge Poliakoff und Tom Wesselmann. in der Tat eine gelungene Messe.

Die nächste, die 58. Kunst-Messe München wird am selben Ort vom 18. bis 27. Oktober 2013 stattfinden.

Der Ausstellerbeirat der Messe hat angekündigt, den verwaisten Messestandort Berlin neu zu beleben. In der großen Organgerie des Charlottenburger Schlosses wird von 15. bis 24. Februar eine neue Kunst- und Antiquitätenmesse stattfinden.


Kunst-Messe München


Bei Rückfragen:

Dr. Gerhard Charles Rump

Medienreferent

Kmm58.rump@googlemail.com

Tel. +4917670797401

 

 

 
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